Das Ende

By | 24. August 2015

Mit vollem Bauch und einem Kollegen als Passagier geht es um 23:00 los zum Brandenburger Tor.

Am Ende vom Ku’damm wieder dieses unangenehme, metallene „Plöng“ aus der Richtung meines rechten Vorderrades. Damit verabschiedeten sich zwei weitere Speichen. Nun fehlen schon sechs in einem Rad.
Gefahren wird trotzdem. Kurz vor Mitternacht, schön beleuchtet und fast menschenleer ist das Tor doch immer wieder am schönsten.

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Das Ende von einem großartigen Tag.
Viele Male habe ich versucht die 100km Marke als Tagesstrecke zu durchbrechen. Am Anfang hatte ich einmal 90km geschafft. Die letzte Woche zwei mal ca. 99km. Heute konnte ich dann nicht anders. Entweder ich komme noch einen Tag später an oder ich schaffe es. Und es war machbar:
An einem Tag mehr als 100km und mehr als der derzeitige Rekordhalter als längste Tagesetappe zurückgelegt hatte. 133km waren es heute, die halbe Strecke mit kräftigem Gegenwind.

Die Speicher von meinen Kameras sind voll, ich bin Müde und es ist fast kein Mensch ist mehr in der Stadt unterwegs. Menschen benötige ich aber noch mindestens zwei. Als Zeugen für den Weltrekord.

Da geht noch was!

Einen Tag habe ich noch in Reserve. Zum Ausklang fahre ich eine entspannte Runde durch Berlin. Am Mittag los am Brandenburger Tor, menschenüberlaufen wie gewohnt.

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Ich fahre über den Potsdamer Platz in mein Kreuzberg. Am Hermannplatz warten Berlins beste Kartoffelpuffer auf mich. Über mein Fahrzeug komme ich mit dem Standbesitzer ins Gespräch. Er fährt selbst gerne Rennrad und gibt mir in Anerkennung meiner Leistung noch einen Kartoffelpuffer mit auf den Weg.
Ich will weiter in Richtung Spree. Beim Schlesischen Tor erneut das „Plöng“ aus der gewohnten Richtung. Das waren Speiche Sieben und Acht sowie das geplante Ende am Charlottenburger Schloss.

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Mit tollen Nusshörnchen im Gepäck weiter zu einem Photostop kurz vor der Oberbaumbrücke.

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Den Alexanderplatz passiere ich ohne Stop, weiter an der Spree entlang, durch Mitte, am Hauptbahnhof vorbei. Vorbei am Schloss Belevue, unser Staatsoberhaupt erwartet dort gerade Besuch aus der Ukraine.

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Hundert Meter weiter, am großen Stern kommt dann der Verkehr und damit auch ich zum stehen. Alle Ampeln auf den Kreis stehen auf Rot, alle herunter auf Grün – nichts bewegt sich. Da ist der hoher Besuch im Anmarsch.
Als der Konvoi vorbeigezogen ist, heißt es für mich:
ENDE
Am Fuße der Siegessäule beende ich um 17:00 meine Fahrt. Und finde auch die geforderten Zeugen für meine Anwesenheit recht schnell.

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Heute waren es 19,7 km
Zusammen mit all den Tagen davor sind meine Zähler nun bei 1915,5 km zum stehen gekommen.
27 Seiten Logbuch mit 525 Einträgen sind geschrieben und ca. 100 GB Daten warten darauf sortiert und nach London gesendet zu werden.

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Ich verziehe ich mich in mein stilles Kämmerlein und beginne mit den Nachbereitungen.

Gute Nacht!

One thought on “Das Ende

  1. Dieter Koch

    Große Klasse Tobias, Glückwunsch – Du hast es also geschafft. Ich hatte eigentlich keine Zweifel daran.
    Wir trafen uns in Köln am Rhein (auf der rechten Rheinseite), wo Du gerade eine kleine Pause eingelegt hattest, bevor Du die nur noch kleine Etappe bis zum Dom in Angriff genommen hast.

    Alles Gute für die Zukunft!

    Viele Grüße
    Dieter

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