Tag 27, Weltrekord zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten – Meiner!

By | 14. August 2015

Nach einer erholsamen Nacht bei zwei Reisenden aus Marl, die ich auf dem Campingplatz bei Donauwörth kennen gelernt hatte waren endlich auch wieder alle Geräteakkus geladen.

HERZLICHEN DANK and dieser Stelle nochmal!

Das Einzige was noch nicht perfekt ist, ist mein neues Navi. Die Software hat gefühlt den halben Funktionsumfang wie gewohnt und die Karten sind ziemlich veraltet.
Also noch schnell den Zugriff auf eine PC genutzt und die Gerätesoftware aktualisiert. Im Glauben, dass das Gerät dann meine zur neuesten Software passenden Karten auf der Speicherkarte aus dem vorherigen Gerät erkennt.

Der Teil mit der Software hat funktioniert. Vom Kartenmaterial erkennt das Gerät leider nur einige Berggipfel und die Städtenamen.

Zielschuche,  Navigation und ein Straßennetz stehen für heute auf der Wunschliste. Egal, die Aufzeichnung funktioniert trotzdem.

Bevor ich von Google navigiert kurz nach 12:00 starte, noch eine Runde mit Tochter und Enkeltochter des Hauses um den Block. In der Einfahrt ein lautes knacken im linken Vorderrad. Die Achse kann  ich zum Glück ausschließen. Speichen scheinen noch alle fest zu sein.
Zuerst geht es nochmal kräftig einen Hügel hoch. Dabei bemerke ich, dass mein Navi meine Höhe nicht mehr anzeigt. Das scheint zu bedeuten,  dass meine bisherigen Höhenstatistiken nicht aus GPS-Daten gewonnen wurden, sondern aus dem Kartenmaterial. Genauer war das auch nicht. Etliche Male fuhr ich eben durch kleine Waldtücke und angeblich befand ich mich dabei auf einem ca. 20m hohen Plateau.
Schade. Wieder zwei Minuspunkte mehr für das eigentlich tolle Teasi.

Aber die Fahrt macht um so mehr Spaß. Ständig gefühlt ein leichtes Gefälle und etwas Rückenwind. Der Tacho pendelt sich so um die 20 kmh ein.

Jetzt zum schönen Teil:
Wer viel misst, misst Mist.
Oder auch
Aller guten Dinge sind drei.

Da ich viel messe, kann ich den Rekord heute gleich drei Mal brechen!

Zum Ersten!

16:03
Los geht es mit meinem Fahrradcomputer.
Den hatte ich leider erst knapp 20 km nach dem Start eingeschaltet. Trotzdem war er das Gerät, was als erstes die geforderten 1377,9 km anzeigt.

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Darauf gibt es erst einmal: Kuchen!

Die Kamera mit der ich meine Beweisvideos drehe, hatte sich unterwegs nicht ausgeschaltet. Das Video vom Stopp ist noch nicht ganz im Kasten, da meldet sie „Speicher Voll“. Den ersten Rekord kann ich nicht wie gewollt genießen. Das 4GB Video wollte erst gefunden und woanders gespeichert werden.
Zusätzlich vergisst meine Spiegelreflexkamera  bei jedem Ausschalten das Datum.
Nach einem Smalltalk mit einem älteren Fahrradfahrer geht fast eine Stunde später weiter.

Zum Zweiten!

17:35

Unterwegs hatte ich das ein oder andere Mal vergessen, das GPS nach einer Pause wieder auf Aufnahme zu schalten. Insgesamt sind das 25 km, die vom Gerät nicht erfasst sind. Aber mein Handy hat diese Daten aufgezeichnet. Wenn diese 25 km anerkannt werden habe ich den Rekord im südlichen Stadtgebiet von Münster überboten. Neben einem Autohaus neben der Niederlassung eines korrupten Automobilclubs.
Was gibt es für Fahrradfahrer eine bessere Umgebung um Weltrekorde zu überbieten?

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Darauf erstmal: Kuchen!

Auch hier klappt das mit den Videos nicht wie gewollt. Nach der 40 minütigen Innenaufnahme ist an der Camera der Akku leer. Videos gehen nur „online“ – am Ladenkabel.
Die Spiegelreflex weigert sich noch immer sich das Datum zu merken. Bei der Abfahrt zeigt dann die GoPro noch einen vollen Speicher.
Paranoia zahlt sich manchmal aus. Eine der Ersatz-Speicherkarten rein und weiter gehts.
Wir haben kurz vor 18:00

Münster soll eine oder die fahradfreundlichste Stadt Deutschlands sein. Dem stimme ich zu. Breite Radwege, gut ausgeschildert und keine Buckelpisten. Eine Wohltat nach den benutzungspflichtigen 80 cm Radwege im Ruhrpott.
An einer Kreuzung erwischt es mich dann. Irgend eine heftige Bodenwelle habe ich an einer Kreuzung übersehen. Es sah aus, als ob es eben von der Kreuzung  zurück auf den Radwege geht. Gefühlt war für einen Moment alles in der Luft, was vorne auf der Sitzbank liegt.
Egal. Vorwärts, vorwärts, immer weiter!

Es fehlen noch 25 km!

Zwischendrin noch eine Pause bevor es dann soweit ist.

Zum Dritten!

20:11
Völker der Welt, schaut auf dieses Kaff!*
Nachdem ich mich durch die Rußwolken eines alten Traktors gekämpft habe, ist es am Ortsausgang von Müssingen (irgendwo an der Ems) endlich soweit:
Weltrekord!

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Am liebsten würde ich jetzt einfach nur weiterfahren. Den „Flow“, der mich den ganzen Tag immer wieder mitgerissen hat ausnutzen, um endlich einmal eine dreistellige Tagesstrecke zu schaffen.
Aber es gibt da drei Dinge die mir wichtiger sind als langweilige Zahlen: Kuchen, der erstbeste Champagner den ich heute erwischt habe und dieser Blog hier!
Solange ich schreibe zieht ein kräftiges Gewitter über den Ort. Ich bin froh, gerade nicht zu fahren und in der Bushaltestelle zu stehen.

Wo ich die kommende Nacht verbringe ist noch unklar, vom Horizont schallt Livemusik. Zwischenzeitlich finde ich sowohl die Ursache von dem „Plong“ heute früh,  wie auch die Folgen von der übersehenen Bodenwelle in  Münster: Mir sind heute vorne-links drei Speichen gerissen. Mit Gästen würde ich so nicht mehr fahren. Alleine ist es vorerst ok.

Vielen Dank,
Tobias

Kilometer heute:      74,6
Gesamtkm:           1378,0

* frei nach Ernst Reuter

9 thoughts on “Tag 27, Weltrekord zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten – Meiner!

  1. birgitt

    Herzlichen Glückwunsch!!!!!
    Wir hoffen, daß du vollends gut an’s Ziel kommst.

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  2. Heiko

    Glückwunsch! Glückwunsch und Glückwunsch!
    Trotz zahlreicher kleinerer und grösserer Schwierigkeiten hast physische und psychische Stärke bewiesen und den Weltrekord geknackt. Das ist sicher Grund gemug auch mal zusammen nen Kuchen und Champagner zu vernichten. ;))

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  3. Ilka

    Glückwunsch auch von hier. Aber sollte heute nicht der große Triumphzug in Berlin stattfinden?

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    1. Tobias Hägele Post author

      Sozusagen.
      Dafür war ich eine Woche zu lange im Süden.
      Zum nächsten Wochenende dann!

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  4. Roland, „Chef“

    Ich wollte schon lange mal hier was dazu beitragen, meinen Glückwunsch übermittelte ich Dir ja schon gestern am Telefon und ein Glas Rotwein habe ich gestern auch auf Dich und Deine Leistung getrunken.
    Nun von mir auch noch mal schriftlich hier:

    Glückwunsch zum Weltrekord!
    Noch einmal Glückwunsch dafür daß Du es trotz heftiger Schwierigkeiten mit der Technik geschafft hast.
    Nach Deinem letzten Eintrag »Kapitulation« habe ich zuerst schon das Schlimmste befürchtet.
    Und noch einen dritten Glückwunsch dafür daß Du nach einem hoffentlich erholsamen Wochenende den Rest der anvisierten 2015 km auch noch schaffen wirst, ja dafür wünsche ich Dir alles Glück daß Du brauchst..

    Zum Schluß sage ich noch danke, dafür daß Du mich zum Vater eines Weltrekordhalters gemacht hast. 😉
    Danke, bin stolz auf Dich!

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    1. Tobias Hägele Post author

      Bisher nur Anwärter. Da müssen vorher noch Unmengen an Unterlagen kontrolliert werden.

      Danke trotzdem!

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  5. Aron

    Herzlichen Glückwunsch für diese Leistung! Bin mal gespannt, wie viele Kilometer es am Ende noch werden!?!

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