Tag 30 – Zwei Campingplätze, Zwei Welten und zuviel Regen

By | 18. August 2015

Später als geplant komme ich bei meinem Fahrzeug an. Hier hat es die letzten 24h pausenlos geregnet und ein Ende ist für heute nicht in Sicht.

Den Regen will ich im nahegelegenene Campingplatz aussitzen. Doch der stellt sich als

Der Anti-Campingplatz

heraus.
Schon am Samstag hatte ich mich gewundert, dass hier ein Campingplatz sein soll der jedoch nicht bei Google-Maps zu finden ist. Das ist wohl auch besser.
Große Ansprüche habe ich nicht. Doch auch die sind nicht ansatzweise in Erfüllung gegangen.
Der Plan war schnell mein Zelt aufstellen um mich dann irgendwo unterzustellen, an meinem Blog weiter schreiben und früh schlafen gehen.
Schon bei der Anmeldung, ein „Tritt gegen das Schienbein“. Damit ich diese Tour fahren kann, lasse ich mir einen großen Teil der Hochsaison in München entgehen. Als ich der Dame an der Rezeption ihre Frage, warum ich bei dem Wetter nicht in einer Pension übernachte, damit beantworte, dass dies gerade nicht mehr in meinem Budget liege bekomme ich zu hören, dass ich dann einfach mehr arbeiten müsse.

Toiletten, Dusche und ein Spülbecken (im Freien) waren vorhanden und auch ordentlich und sauber.
Aber das war es dann. Meine Hoffnung auf irgendeinen überdachten Platz – im Regen davongeschwommen.
Alles wäre ok gewesen.
Ein Flur zu den Sanitärräumen – gab es nicht, alles von außen zugänglich.
Ein Vordach – nichtmal über dem Geschirr-Spülbecken neben der Tür zum Fäkalienausguss.
Einen Raum für Abwasch und meinen Gaskocher – Denkste.
Irgend ein Pavillon, ein Grillhüttchen – Fehlanzeige.
Das einzige Dach was ich finde gehört zu einem Kinder-Klettergerüst – Und da bin ich mir nicht sicher, ob das nicht doch schon zum Nachbarn gehört.

Dann noch einen kurzen Spaziergang über das Gelände. Erinnert mich mehr an Kleingartenanlage als an Campingplatz. Pflasterwege zu den Vorzelten, Zäune und Hecken zum Weg, Blumenbeete und etliche massive Pavillons. Der größte Unterschied zu einem Kleingarten sind die Räder unter den Lauben.

Ich entscheide mich im nachlassenden Regen weiter zu ziehen. Sogar mein Geld bekomme ich wieder zurück. Dann los zum nächsten Campingplatz. Knapp 10km nordöstlich sind gleich vier fast nebeneinander.
Der nachlassende Regen war ein Trugschluss – bald regnet es wieder wie zuvor. Meine nassen Oberschenkel erinnern mich an meine Regenhose. Leider zu spät. Ohne Schutzblech schleudert das Hinterrad unablässig Wasser und den Schutz der letzten Wochen von unten an meinen Sattel. Die Schuhe waren schon vor der Abfahrt durchnässt, die Hose ist es nach 5km auch.
Zum Glück wird mir trotz der nassen Klamotten und 15C nicht kalt. Die Fahrt ist anstrengend genug um mich auf Temperatur zu halten.

Die andere Welt

Nach einer Stunde und 13km bin ich dann endlich an einem „CampingPark“ angekommen.

Schon gleich bei der Anmeldung wird mir der Tischtennisraum angeboten um mein eingeweichtes Gepäck zu trocknen. Glücklicherweise hat bisher nur mein Rucksack mit den wichtigsten Geräten und Unterlagen zuviel Wasser abbekommen. Dank dem Dach über dem Kopf komme ich aber noch mit einem blauen Auge bzw. blauen Flecken in meinem Logbuch davon.
Ich will mir nicht vorstellen wie das alles nach einer verregneten Nacht im Zelt ausgesehen hätte.

Im Laufe des Abends wird mir dann sogar erlaubt dort oben zu schlafen. Großartig!

Ein geliehener Dosenöffner bringt mich dann auch meinem Abendessen näher.

Und morgen?

Kilometer heute:      13,4
Gesamtkm:           1399,4

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