Tag 4 – Hitze und Regen

By | 24. Juli 2015

Der Morgen lässt schon ahnen, was der folgende Tag bringen wird.

Kaum bin ich von der Sonne geweckt, klettert das Thermometer. Der Tacho zeigt kurz vor 9:00 schon 45 C in der Sonne im Schatten schon 27 C.

Noch vor der Abfahrt meldet mein Handy eine kritische Akkutemperatur und beendet den Ladevorgang. Ich hatte es in die Rikscha gelegt und so lange ich mein Gepäck nochmal besser verteilt habe und ein zweites Mal gefrühstückt habe, ist der Schatten so weit gewandert, dass das Handy mit Hülle in der Sonne liegt.

Ich habe, bzw. hatte für mein Handy ein Cover das im 3D Drucker hergestellt wurde. Betonung liegt auf „hatte“. Bei den knapp 50C fängt der Kunstoff an, wieder weich zu werden. Das kam dabei heraus:

image

image

Genug Verluste für heute.

Mit besser verstautem Gepäck (die Klamotten sind nicht mehr hinter einem Packsack unter einem Schlafsack in der untersten Kiste)  ging es dann gegen 11:00 los. Erstes Ziel: Wasser! Die 5,5l vom Vorabend haben nicht lange gehalten.
Keine halbe Stunde Fahrt und ich habe wieder genug Treibstoff für die kommende Tour. Aber ich habe auch die Wetterprognose für den Nachmittag:
Schwere Gewitter und heftige Niederschläge.
Demnach also nun doch wieder ohne länger Mittagspause fahren um nicht zum Unwetter zur Nachmittagsetappe los zu müssen.

Dann weiter nach Bad Wörrishofen.

Ein netttes Kurstädtchen, dass sich gedanken um seine Gäste macht und mich schon bevor ich in der Stadt bin mit einem kleinen Detail überrascht:

image

Nummerierte Parkbänke! Eine Großartige Idee um den ortsfremden Gästen im Notfall eine zuverlässige Standortangabe zu ermöglichen. Und in der Stadt geht es mit guten Ideen weiter. Neben öffentlich zugänglichem Fahrradwerkzeug auch E-Bike Ladetationen ohne irgendeine Zugangsbeschränkung.
Für mich eine gute Gelegenheit um das erste Mal meinen Akku nachzuladen, mit dem ich unterwegs meine stromhungrige Technik am laufen halte.

image

Dann weiter durch eine herrliche Landschaft. Kleine Orte, viele kleine Bauernhöfe und unzählige glasklare Bäche.

Mit jedem Meter den ich vorankomme stelle ich mir öfter die Frage, was der Sinn der Radwege ist, die ich gerade befahre.
Dem Radfahrer ein gutes Vorwärtskommen zu ermöglichen? Oder dem restlichen Verkehr freie Fahrt zu verschaffen – Hauptsache alles langsamere ist weg von der Straße?

Der Frust-Höhepunkt sieht dann so aus:

image

image

Knapp 2 Meter Höhenunterschied zu Überwinden auf ca. 5m Strecke.
Was denkt jemand, der so eine Wegeführung plant und in Auftrag gibt? Das würde ich wahrscheinlich nichteinmal mit meinem Stadtrad hoch schaffen.
Erster Gedanke natürlich; um den Radlern aus der anderen Richtung den direkten Weg zu ermöglichen und sie nicht auch zu dem halben kilometer Umweg zu zwingen, den ich zu fahren habe. Aber warum hängt man dann in knapp 5m Höhe über dem unteren Weg ein Vorfahrt gewähren Schild in Fahrradweg-Sondergröße auf?

Von der anderen ist immerhin noch mein Fähnchen von der Rikscha zu sehen.

image

Auf der weiteren Strecke pendelt sich die Temperatur am Tacho dann so zwischen 40C und 45C ein. Und auch wenn es sich widersprüchlich anhört, Fahren ist besser als zu stehen. Es ist zwar anstrengend, aber man hat immerhin etwas Fahrtwind, der die gefühlte Temperatur erträglich hält.

Gegen 15:00 wird es dann auch mir in Fahrt zu warm. Die Fünf Liter vom Morgen sind schon fast leer und der Durst lässt nach, obwohl man weiß, dass man weiter und mehr trinken muss. Ich suche dringend nach einer Badestelle und werde an einem Baggersee fündig.

Es hat schon lange nicht mehr so gut getan, in kalte Wasser zu springen.

Ewig kann ich aber nicht bleiben. Am Horizont zieht schon das Unwetter heran. Ich plane noch eine knappe Stunde zu fahren und mir dann eine halbwegs wetterfeste Bleibe für die Nacht zu suchen. Noch solange ich die Rikscha wieder fahrbereit mache erhalte ich von anderen Badegästen eine Unterkunft angeboten. Leider 10km in die entgegengesetzte Richtung. Gerade als ich losfahren will komme ich dann noch mit einer Familie ins Gespräch. Da hat dann der Zufall gepasst. Sie betreiben eine Pension und bieten mir an mein Zelt bei ihnen aufzuschlagen und die Rikscha unterzustellen.
Auf die geplante Stunde weiterfahrt verzichte ich dann gerne und gehe sattdessen lieber noch Einkaufen.
Noch auf dem letzten Stück zur Pension rückt dann das Gewitter in unangenehme Nähe. Unangenehmer Gegenwind macht mir nochmal zu schaffen, bevor ich dann gerade noch rechtzeitig in der Bio Pension Kirschenfee ankomme. Zu meiner Freude wurde in der Zwischenzeit aus dem Zelt-Stellplatz ein eigenes Zimmer.

Vielen Dank nochmals dafür!

Nach einer großen Portion Nudeln, dann endlich die erste Gelegenheit um mich in Ruhe um die gesammelten Daten für das Team von GWR zu kümmern, wärend  das Gewitter an uns vorbei zieht.

Stand bisher:

Bisher bin ich 165 km gefahren.
Ich habe ca. 10GB Daten auf meinen Speicherkarten. Davon alleine 7GB Videosequenzen und 3GB Bilder (~2.000 St) von meiner geliehenen Zeitrafferkamera.

image

image

image

Genug für heute!

One thought on “Tag 4 – Hitze und Regen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.